Zauberhafte Tage auf der Isla Formosa Taiwan

An was denkst du als Erstes, wenn du Taiwan hörst? Wahrscheinlich an Kleidung, an China oder “Wo ist das?”. So ging es mir auch vor meinem Besuch auf der Isla Formosa. Heute denke ich an köstliches Essen, malerische Landschaften, prunkvolle Tempel und kunstvolle Lampions. Taiwan ist sicherlich nicht bei jedem die Number One Priority in Südostasien. Heute möchte ich dich vom Gegenteil überzeugen. Die Insel Taiwan ist östlich von China und nördlich der Philippinen gelegen und bietet zahlreiche Highlights, die es zu Entdecken gilt. Gemeinsam mit China Airlines ging es für mich zuerst in die Metropole Taipeh, woran sich eine Rundreise auf Taiwan anschloss. Das Land hat mich vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen und fasziniert. Meines Erachtens ist die Insel eines der schönsten Reiseziele in Asien.

Alishan Gebirge auf Taiwan
die Kirschblüte am Shouzen Tempel im Alishan Gebirge

Taipeh

Die ersten Tage verbrachte ich in der Millionenmetropole Taipeh im Norden der Insel Taiwan. Das berühmteste Wahrzeichen der Stadt ist der Taipeh 101, einst das höchste Gebäude der Welt. Der Wolkenkratzer erinnert an Bambus und ist etwa 508 Meter hoch. Ein Besuch im 89. Stock ist ein Muss. Von hier aus kannst du ganz Taipeh überblicken. Im 89. Stock kannst du die Aussicht hinter einer Glaswand genießen, im 91. Stock hast du die Aussicht im Freien ohne Glasscheibe, die oft bei Fotos spiegelt. Unten im Taipeh 101 musst du unbedingt das Restaurant Din Tai Fung ausprobieren. Hier gibt es köstliche Dumplings und traditionell taiwanesische Küche. Dein persönlicher Kellner erklärt dir die Zubereitung der Dumplings, die Inhaltsstoffe und wie du sie am besten isst. Mein Highlight waren die Dumplings mit flüssigem Schokokern. Nach dem Taipeh 101 ging es weiter zum Longshan Tempel, einer der Ältesten Taiwans. Hier existieren die Glaubensgemeinschaften Buddhismus und Taoismus harmonisch nebeneinander.

Eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt ist die Chiang Kai Shek Gedächtnishalle mit einer riesigen Statue des Nationalhelden, einer Konzerthalle und dem Nationaltheater. Zu jeder vollen Stunde findet hier der Wachenwechsel statt, diesen fand ich jedoch eher unspektakulär. Anschließend besuchte ich noch den hippen Stadtteil Ximending, dessen Kreuzung an die berühmte Shibuja Kreuzung in Tokio erinnern soll. Naja mit etwas Fantasie kann dies vielleicht hinhauen. Hier kannst du wunderbar shoppen gehen oder den Abend in einer verrückten Bar ausklingen lassen. Das Grand Hotel ist eines der historischsten Hotels der Stadt, in einem typisch chinesischen Stil erbaut und mit einem hervorragenden Blick über Taipeh. Den wohl besten Blick über die Stadt hast du jedoch vom Elephant Mountain aus. Zum Abschluss meines Besuchs schlenderte ich durch das Viertel Dadaocheng mit der bekannten Dihua Street. Hier werden in den historischen Gebäuden getrocknete Früchte, frischer Tee, Gewürze und Souvenirs verkauft. Es lohnt sich durch die kleinen Geschäfte zu gucken. Eines der wohl besten Restaurants in Dadaocheng ist das “Fleisch Teahouse”, in dem japanische Küche serviert wird. Bei deinem Besuch in Taipeh sollte auch mindestens ein Nachtmarkt auf dem Plan stehen, denn hier gibt es unglaublich viel zu bestaunen. Erlebe eine verrückte Welt mit Garküchen und allem was das Herz begehrt. Zu den besten und größten Nachtmärkten zählen der Shilin, Huasi und Raohe Nachtmarkt. Der Shilin Nachtmarkt findet an der Wenlin Road nahe der U-Bahn Station Jiantan statt und bietet Spielzeug, gefälschte Kleidung, Schuhe und kulinarische Kuriositäten.

Blick über Taipeh, Taiwan
Ausblick vom Elephant Mountain über Taipeh mit dem markanten Taipeh 101

Taichung

Mein Besuch in Taichung, etwas südlich von Taipeh, war sehr bunt. Zuerst besuchte ich das Rainbow Village Caihong. Der niedliche Opa Herr Huang bemalt seit 2010 eine alte Militärsiedlung kunterbunt. Hier kannst du wundervolle Fotos machen und durch das kleine Dorf spazieren. Mit etwas Glück kannst du Opa Huang auch treffen und ein Foto mit ihm machen. In Taichung kann ich dir das Restaurant Chun Shui Tang empfehlen. Hier gibt es köstlich taiwanesische Küche und den trendigen Bubble Tea. Am Abend stand ein Highlight der Reise auf dem Programm. Einmal pro Jahr findet das Laternenfest auf Taiwan statt, jedes Jahr in einer anderen Stadt. Für das Laternenfest fertigen taiwanesische Schüler, Familien und Häftlinge große, kunstvolle Figuren an. Auf dem riesigen Gelände konnte man die Minions, Hello Kitty und unzählige weitere berühmte Figuren bewundern.

Rainbow Village in Taichung auf Taiwan
das Rainbow Village in Taichung

Sonne-Mond-See

Von Taichung aus fuhr ich weiter zum Sonne-Mond-See. Der malerische Bergsee ist eines der beliebtesten Ausflugsziele auf Taiwan und bietet zahlreiche Aktivitäten. Entlang des Sees machte ich eine Fahrradtour. Die Fahrradwege sind fantastisch ausgebaut und bieten einen herrlichen Blick auf den türkisblauen See mit den Bergen im Hintergrund. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Ort Yuchi unternahm ich eine Bootsfahrt auf dem See. Zum Abschluss besuchte ich den Wenwu Tempel, vom traditionellen Tempel aus hast du einen fantastischen Blick auf den See und bietet tolle Fotomotive. Ganz in der Nähe habe ich auch die Teeplantage Hugosum besucht. Wir erhielten einen Einblick in die Teeproduktion und konnten nach einem Besuch auf der Plantage unseren eigenen Tee mit verschiedenen Aromen herstellen. Wir konnten uns durch die verschiedenen Teesorten durchprobieren und haben auch einen köstlichen Zitronen-Eistee serviert bekommen. Der taiwanesische Oolong Tee ist weltweit bekannt und gehört zu einem der Besten.

Wenwu Tempel am Sonne-Mond-See auf Taiwan
am Wenwu Tempel am Sonne-Mond-See auf Taiwan
Sonne-Mond-See auf Taiwan
der Sonne-Mond-See auf Taiwan

Alishan Gebirge

Das nächste Ziel meiner Reise war das Alishan Gebirge. Ich war Ende Februar auf Taiwan und hier blühte teilweise schon die Kirsch- und Mandelblüte, was vor allem im Alishan Gebirge ein wundervolles Bild ergab. So wanderte ich durch die zauberhafte Landschaft und genoss einen magischen Sonnenuntergang nahe der Sacred Tree Station im Alishan Township. Leider sind nahezu alle Hotels in der Region sehr heruntergekommen und alt. Ich wohnte im Alishan House, für eine Nacht war es okay, jedoch waren die Zimmer nicht unbedingt sauber und das Essen war auch nicht der Kracher. Für eine Nacht und das Erlebnis im Alishan Gebirge hält man dies jedoch aus. Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn ein ganz besonderes Erlebnis wartete auf uns. Mit dem historischen Zug ging es für uns zur Aussichtsplattform. Von hier aus haben wir einen atemberaubenden Sonnenaufgang erlebt. Zwischen Bergen mit dem berühmten Jadeberg geht die Sonne langsam auf und hüllt die Umgebung in ein warmes Licht und bietet einen fantastischen Blick auf das Wolkenmeer. Wir hatten Glück und hatten perfektes Wetter für tolle Fotos. Dieses Erlebnis kann ich jedem nur empfehlen. Das Einzige was mich gestört hat, waren zwei Nationalparkleiter, die sich auf der Aussichtsplattform direkt vor den Sonnenaufgang gestellt haben und lautstark ein Quiz auf chinesisch abhielten.

Sonnenuntergang im Alishan Gebirge auf Taiwan
Sonnenuntergang im Alishan Gebirge auf Taiwan

Tainan

Meine Rundreise führte mich weiter in eine der ältesten Städte Taiwans, namens Tainan, im Süden des Landes. In Tainan besuchte ich den Stadtteil Anping, einst von Holländern errichtet stehen hier noch zahlreiche historische Festungen und Gebäude. So schlenderte ich über den Markt von Anping mit unzähligen Garküchen und besichtigte das Fort Zealandia mit seinem bekannten Leuchtturm. In Tainan direkt standen das Fort Provintia und der Konfuzius Tempel auf dem Programm. Ein wahres Highlight am Abend ist die Shennong Old Street, geschmückt mit traditionellen Lampions und tollen Souvenirgeschäften. Anschließend besuchte ich noch den Blueprint Creative Park, dies sind mehrere blaue Gebäude mit optischen Täuschungen und kunstvollen Bemalungen, und das Tainan Place Einkaufszentrum mit international bekannten Geschäften.

Kaohsiung

Von Tainan aus führte mich meine Reise in Richtung Kaohsiung. Zuvor machte ich noch einen Abstecher zum Fo Guang Shan Buddha Museum. Der riesige Komplex beinhaltet 8 Pagoden die den Weg zur Erleuchtung aufzeigen und am Ende zu einer großen goldenen Buddhastatue führen. Diese Buddhastatue thront auf einer Art stupaähnlichen Pyramide im indischen Stil. Die bedeutendste Buddha-Reliquie des Komplexes ist ein Zahn, der von Buddha, dem Begründer des Buddhismus, stammen soll. Da ich kurz nach dem Chinesischen Neujahrsfest die Insel besuchte, war hier noch alles mit bunten Lampions geschmückt. Die Anlage ist gigantisch und du kannst dort locker einen ganzen Tag verbringen und hast immernoch nicht alles erkundet. Nebenan gibt es auch ein buddhistisches Kloster, indem du auch übernachten und mit einem Mönch zusammen dessen Tagesaublauf erleben kannst. Dies ist eine einmalige Chance einen tiefen Einblick in den Buddhismus zu erhalten und die Lehren zu verstehen. In Kaohsiung direkt besuchte ich den herrlichen Lotus See mit seinen zahlreichen Tempeln und Pagoden ringsrum. Hier befindet sich auch die Tiger- und Drachen Pagode, wobei der Hals des Drachen den Eingang und der Mund des Tigers den Ausgang bildet. Mit der Fahrt des Schnellzuges von Kaohsiung nach Taipeh endete meine Rundreise auf Taiwan. Die Nutzung dieser Schnellzüge ist völlig unkompliziert und sehr strukturiert, weshalb ich dir dieses Transportmittel sehr empfehlen kann. Von Kaohsiung aus bis nach Taipeh, also vom Süden in den Norden, brauchte ich mit dem Zug etwas mehr als 2 Stunden.

der Lotus-See in Kaohsiung auf Taiwan
der Lotus Pavillon in Kaohsiung

In Taiwan gibt es auch noch weitere Orte, die sehr sehenswert sind, wie zum Beispiel Jiufen und die Taroko Schlucht, jedoch reichte bei mir die Zeit nicht mehr diese noch zu sehen. Dies ist jedoch einer von vielen Gründen nach Taiwan zurückzukehren. In Taiwan solltest du mindestens eine Woche verbringen, um einige Sehenswürdigkeiten zu sehen. Es empfiehlt sich Taiwan in Kombination mit den Philippinen, Japan oder Vietnam zu bereisen.

Taiwan bietet auch hervorragende Strände für einen erholsamen Strandurlaub nach deiner Rundreise, wie zum Beispiel in Kenting. Echte Traumstrände findest du auf den Philippinen, wie zum Beispiel auf den Inseln Boracay, Panglao, Siquijor oder Palawan.

Beste Reisezeit

Am besten eignen sich die Monate März, April, Mai, September und Oktober für deinen Besuch auf der Isla Formosa, wie sie einst die Portugiesen nannten. Ich kann dir persönlich vor allem die Zeit von Ende Februar bis Ende März empfehlen, denn dann hüllt die Kirschblüte das Land in ein zartes Rosa. Im Februar hatte ich im Norden Temperaturen von etwa 20°C und im Süden etwa 25°C, also perfekt für Erkundungstouren. In den Sommermonaten ist Monsunzeit und du musst mit Taifunen rechnen.

Kaohsiung Fo Guang Shan Buddha Museum auf Taiwan
das Fo Guang Shan Buddha Museum nahe Kaohsiung

Ich habe Taiwan als ein sehr sauberes und gut organisiertes Land erlebt. Wenn du hier Ausflüge planst und zum Beispiel auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifst, kannst du dir eigentlich sicher sein, dass alles wie am Schnürchen klappt und du nicht verloren gehen kannst. Nahezu jeder Taiwanese ist super hilfsbereit und wird dich immer versuchen zu unterstützen. Hier kannst du auch ohne Probleme ganz alleine hinreisen. Wenn du eher der Großstadt-Freak bist, empfiehlt sich die Westküste, denn hier findest du die Metropolen wie Sand am Meer. An der Ostküste geht es dagegen eher ruhiger zu und du kannst die fantastische Natur bestaunen.

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